Gelenk- und Fußchirurgie Mittelhessen  
 
 
   
 
 
   
 
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
 
 

 

 
   
 
   
 
Kalkschulter
 
 

Diese Erkrankung tritt meist bei jüngeren – und oftmals weiblichen – Patienten auf. Es handelt sich um Störungen des Sehnenstoffwechsels, die zu Kalkablagerungen führen – meist im Ansatz der Sehne des M. supraspinatus (Obergrätenmuskel) unmittelbar am Übergang zum Oberarmkopf.

 

Aufgrund des Raumbedarfes dieser Kalkeinlagerung kommt es zur Einengung des Raumes unter dem Schulterdach und zu einer zusätzlichen Reizung der Gewebeumgebung. Diese führt zu einer Schwellung, die die Ursache für heftigste Schmerzen sein kann.


Diagnostik

Der Untersucher findet ein typisches Störungsmuster: Der herabhängende Arm kann nicht abgespreizt werden. Röntgenaufnahmen zeigen eine kalkdichte Verschattung zwischen Oberarmkopf und Schulterdach – die Kalkschulter.

 


Kalkeinlagerung im Sehnenansatz

 

Die akute Behandlung besteht aus:

  • Injektionen mit Kortison, um die Zusatzschwellung um das Kalkdepot so schnell wie möglich zurückzudrängen
  • einer Schmerzbehandlung mit Medikamenten wie Voltaren, Ibuprofen
  • ggf. einer lokalen Anwendung mit Kälte
  • sowie einer kurzfristigen Ruhigstellung


Nicht-operative Behandlung

Nach der akuten Schmerzattacke besteht das Ziel bei der nicht-operativen Behandlung der Kalkschulter in der Wiederherstellung der Muskelbalance des Schultergelenks: durch die muskuläre Entspannung der kopfwärts-stablisierenden und durch die Kräftigung der fußwärts stablisierenden Muskulatur.


Operative Behandlung

Kann das akute Schmerzbild nach intensiver Behandlung und der nachfolgende Dauerschmerz durch krankengymnastische Maßnahmen nicht vollständig reduziert werden, stellt eine operative Behandlung den schnellsten Weg zur Wiedererlangung einer schmerzfreien Schulterbewegung dar.

Bei einer minimalinvasiven bzw. arthroskopischen Behandlung wird das Kalkdepot operativ entleert. Um das Depot zu lokalisieren, wird ein Teil des Schleimbeutels entfernt und mit Hilfe einer Kanüle der Kalk in der Sehne geortet. Meistens genügen mehrere „Stiche“, und der Kalk wird durch die Perforationen in den Raum unter das Schulterdach gespült und von dort nach außen abgesaugt. Zusätzliche operative Eingriffe sind selten notwendig. Besteht jedoch nach Entleerung eines sehr großen Depots eine instabile Sehne, muss eine Naht erfolgen.