Gelenk- und Fußchirurgie Mittelhessen  
 
 
   
 
 
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
 
 

 

 
   
 
   
 
Hallux rigidus
 
 

Der Hallux rigidus ist eine Erkrankung mit zunehmender Beweglichkeitseinschränkung des Großzehengrundgelenkes, die das normale Abrollen des Fußes behindert. Die Folgen der Bewegungseinschränkungen sind Schmerzen. Verursacht wird diese arthrotische Erkrankung zumeist durch eine Überlänge des ersten Mittelfußknochens oder durch spezifische Überlastungen, wie Fußballspielen oder Spätfolgen nach Verletzungen des Grundgelenkes.



In der Regel geht diese Veränderung „schleichend“ und völlig unspektakulär vonstatten. Minimale Ereignisse können den Knorpel über Jahre immer wieder verletzen und so zu einer völligen Funktionslosigkeit des Großzehgrundgelenkes führen.

Weitere mögliche Ursachen sind Deformierungen des Großzehengrundgelenks wie ein Hallux valgus, eine Fehlstellung der Großzehe oder Stoffwechselstörungen. Aufgrund des schmerzhaften Abrollens bei fortschreitender Erkrankung kann sich schließlich auch das Gangbild ändern: Es kommt zu einem Schongang, teils auch zu einem Schonhinken an der betroffenen Seite.


Diagnostik

Häufig fällt ein verdicktes Großzehengrundgelenk auf. In einer Akutphase kann es teilweise gerötet, geschwollen und überwärmt sein; bei Druck reagiert es schmerzhaft. Die Röntgenaufnahmen zeigen verschleißbedingte Veränderungen des Großzehengrundgelenkes mit Gelenkspaltverschmälerung (Knorpelverschleiß) sowie Veränderungen der Knochenzeichnung.


Nicht-operative Behandlung

Als erste Hilfe bieten sich speziell zugerichtete Schuhe mit einer Abrollhilfe im Mittelfußbereich an. Hierdurch wird das Laufen häufig schmerzfrei wieder möglich. Die Erkrankung selbst schreitet jedoch fort und kann hierdurch nicht beeinflusst werden.
Bei zunehmenden Schmerzen, die zu einer erheblichen Bewegungseinschränkung führen, ist deshalb eine operative Behandlung die einzig sinnvolle Maßnahme.

Operative Behandlung

Wir raten zur operativen Behandlung, wenn die Arthrose bereits sehr fortgeschritten ist und schmerzhafte Bewegungseinschränkungen vorherrschen. Dieser kann ebenfalls sinnvoll sein, wenn Behandlungsversuche mit Einlagen ohne Erfolge blieben oder eine manuelle Therapie zu keinen befriedigenden Ergebnissen geführt hat. Hier empfiehlt sich der vollständige Ersatz beider Gelenkpartner mit einer Großzehgrundgelenksprothese aus Keramik. Ist die Arthrose noch nicht so weit fortgeschritten, kann der Teilgelenksersatz eine gute Alternative sein. Bei Gelenkschmerzen und einer deutlich erkennbaren Verlängerung des ersten im Vergleich zum zweiten Mittelfußstrahl kann eine Verkürzungsoperation sinnvoll sein. Hierbei bleibt das Gelenk erhalten.

Kompletter Ersatz des Grundgelenkes

Der endoprothetische Ersatz beider Gelenkpartner erfolgt mit Keramikteilen, die der anatomischen Form nachempfunden sind. Nach der operativen Entfernung der verbrauchten Gelenkflächen und der Abtragung der krankhaften Knochenteile in der Gelenkumgebung werden sie mittels zementfreier Technik eingesetzt. Die knöcherne Entfernung wird so gewählt, dass bei ausreichender Bandspannung eine primäre Beweglichkeit nach oben von 60 Prozent und nach unten von 20 Prozent ermöglicht wird.

 


Kompletter Gelenkersatz mit Keramikendoprothese (nach Hallux rigidus)

 

Teigelenksersatz

Der Teilgelenksersatz ist eine Behandlungsmöglichkeit bei mäßig arthrotischen Veränderungen. Bei einem kleinen Eingriff wird die verbrauchte Gelenkfläche des Grundgliedes ausgetauscht. Dabei wird ein kleines, hochpoliertes Metallstück eingesetzt, das die Gelenkfläche des Grundgliedes der Großzehe exakt ersetzt.

Der Vorteil: eine minimale Knochenentfernung und die Erhaltung des Mittelfußknochens. Krankheitsbedingte Anlagerung von knöchernen „Wülsten“ am Mittelfußköpfchen werden entfernt und die teilweise verbrauchten Gelenkflächen mit Bohrungen versehen. Das ist die Voraussetzung, dass sich zumindest ausreichend belastbarer Ersatzknorpel bilden kann.

 


Teilgelenkersatz (nach Hallux rigidus)

 

Nachbehandlung

Die Nachbehandlung ist extrem kurz. Der operierte Fuß kann sofort voll belastet werden. Bis zur vollständigen Wundheilung muss lediglich ein Verbandschuh mit steifer Sohle getragen werden.

Spezielle Schuheinlagen reduzieren zukünftig die Belastung und sorgen für eine korrekte
Fußstellung und ein natürliches Abrollverhalten.